Konzeptlosigkeit

Eine Konzeption ist eine umfassende Zusammenstellung der Ziele und daraus abgeleiteten Strategien und Maßnahmen zur Umsetzung eines größeren und deshalb strategisch zu planenden Vorhabens. Sie beinhaltet die dazu notwendigen Informationen und Begründungszusammenhänge, häufig darüber hinaus auch eine Chancen-Risiken-Abwägung sowie einen Zeit- und Maßnahmenplan und eine Ressourcenplanung (Zeit, Geld, Material, Personal).

Und auch hier wieder die Frage: Wo sind die Konzepte der Brunner Gemeinde beim Standort Hanuschgasse?

Nun, das kann man leicht beantworten:

1. Standortanalyse

Es gibt zwar eine Standortanalyse – nur was bringt die, wenn man sie völlig ignoriert? Der Standort Hanuschgasse war bei dieser Standortanalyse an vorletzter(!) Stelle gereiht. Warum wurde er dennoch ausgewählt, obwohl es wesentlich bessere Standorte gab? Und wozu macht man überhaupt eine Standortanalyse, wenn man sie sowieso nicht in die Konzeption mit einbezieht? Vielleicht, weil es kein Konzept gibt?

2. Verkehrskonzept

Wurde eindeutig nicht gemacht!

Hier müssen sich die Verantwortlichen den Vorwurf gefallen lassen in völligem Gegensatz zu anderen Gemeinden die ebenfalls Klimabündnisgemeinden sind, zu agieren. Durch den Standort Hanuschgasse werden jährlich über 90.000 zusätzliche Autofahrten durch den ganzen Ort produziert.

Außerdem gibt und gab es bis heute kein Konzept im Bereich Hanuschgasse/Vesperkreuzgasse. Die Vesperkreuzgasse ist eine Einbahn. Dies wurde schon vor Jahren von den Anrainern durchgesetzt um den zusätzlichen Verkehr in der Viktor Adler-Straße, der durch die Umfahrung des Radargerätes Hanuschgasse zusätzlich entstand, zumindest etwas einzudämmen.

Das bedeutet, dass alle jene, die ihre Kinder mit dem Auto zum Kindergarten Hanuschgasse bringen – und das müssen ja fast alle – danach über Perchtoldsdorfer(!) Ortsgebiet fahren müssen, um von dort überhaupt zurück fahren zu können! Dadurch schafft es Brunn, auch noch Perchtoldsdorf in diesen ökologischen Wahnsinn mit einzubeziehen.

Oder wie sieht die Lösung der Gemeinde aus? Abschaffung des Einbahnsystems und damit wieder Umfahrung der Radaranlage Hanuschgasse, oder Verlängerung des Falkensteinerwegs zwischen Viktor Adler-Straße und Hanuschgasse, ebenfalls mit Umfahrungsmöglichkeit?

3. Schadstoffanalyse

Wurde auch eindeutig nicht gemacht!

Oder würde irgendein verantwortugsbewußter Politiker unsere Kinder tatsächlich diesen Umwelbelastungen aussetzen, wenn er die Umweltdaten kennen würde? Wohl kaum – und wenn doch, wäre er wohl wirklich absolut untragbar. Und da wir das keinem unserer Gemeindepolitiker unterstellen, können wohl nur die fehlenden Schadstoffanalysen zu dieser Fehlentscheidung geführt haben, oder?

4. Bedarfserhebung

Brunn hat vor Jahren einfach ein Grundstück gekauft, ohne es wirklich zu benötigen oder auch nur im Entferntesten zu wissen, was man damit anfangen soll. Und weil man dieses Grundstück jetzt hat, baut man halt irgendwas darauf – ohne hat sich hier wirklich jemand ernsthafte Überlegungen gemacht, wofür es wirklich einen Bedarf gibt?

Wo ist die Bedarfsanalyse für ein Seniorenheim? Wo die für Sozialwohnungen? Und wer bitte hat den Bedarf für ein Generationenhaus jemals ermittelt?

Eine Bedarfserhebung wurde also auch nicht gemacht.

Um es kurz zusammen zu fassen:

Brunn baut einen Kindergarten auf ein Grundstück,

  • dass bei der Standortanalyse an vorletzter Stelle gereiht war,
  • wo man nur mit dem Auto hingelangt,
  • dass dank eines fehlenden Verkehrskonzeptes über 90.000 Autofahrten pro Jahr, nicht nur durch den ganzen Ort, produziert sondern auch noch gleich Perchtoldsdorf mit einbezieht,
  • dadurch völlig gegen das Klimabündnisabkommen agiert,
  • direkt an der A21 ohne eine Schadstoffanalyse durchgeführt zu haben,
  • auf einem kontaminiertem Boden ohne auch nur eine Tiefenuntersuchung durchgeführt zu haben,
  • in Verbindung mit einem Seniorenheim welches ebenfalls ohne Bedarfserhebung gebaut werden soll,
  • wo die älteren und gebrechlichen Personen auch im Winter zur nächsten Einkaufgelegenheit gut einen Kilometer teils ohne Gehsteige auf der Straße gehen müssen, weil keinerlei Infrastruktur besteht,
  • in Verbindung mit einem Generationenhaus, wo ebenfalls keine Bedarfserhebung gemacht wurde!

Hier stellt sich nur eine Frage: Ab wann können Politiker zur Rechenschaft gezogen werden?