Verkehrsbelastung

Klimabündnisgemeinde Brunn am Gebirge!

Toll! Wir sind also eine Klimabündnisgemeinde.

Was das bedeutet? Nun, es gibt das Kyoto-Protokoll mit der Verpflichtung zur CO2 Reduktion um 13% bis 2012. Und dann gibt es noch die Klimabündnisgemeinden. Am besten erklärt ist dies auf deren Homepage selbst:

Das Klimabündnis ist ein Zusammenschluss von europäischen Städten und Gemeinden, die sich seit 1990 gemeinsam für den Erhalt der Erdatmosphäre einsetzen. Permanent steigende CO2-Emmissionen, dramatische Verluste von einzigartigem Regenwald und der dadurch beschleunigte Klimawandel waren für das Bündnis ausschlaggebend.

Das Land Niederösterreich trat 1990 dem Klimabündnis bei. Die ambitionierten Ziele zu erreichen – z.B. die Reduktion der CO2-Emmission bis 2030 um 50 % – stellt eine Herausforderung für Land und Gemeinden dar. Seit 2001 werden daher gezielt Maßnahmen zum Klimaschutz vom Land Niederösterreich umgesetzt und unterstützt.

Klimaschutz auf vielen Ebenen
Um eine effiziente Umsetzung und bestmögliche Einbeziehung der Gemeinden zu erzielen, wurden und werden Schwerpunktregionen gebildet, die speziell gefördert werden. Bereits zum vierten Mal wird mit dem Klimabündnis Wienerwald (2007-2010) in einer ganzen Region Niederösterreichs der Klimaschutz ins Zentrum kommunalen Handelns gestellt.

Gemeinden und Städte werden innerhalb der mehrjährigen Laufzeit dieser Schwerpunktprogramme nicht nur innerhalb ihres eigenen Aufgabenfeldes, d.h. in ihrem Gemeinde- oder Stadtgebiet tätig, sondern setzen gemeinsam in ihrer Region innovative und vor allem klimarelevante Projekte und Maßnahmen um, damit klimaschädliche CO2-Emissionen eingespart werden. Das Land NÖ stellt der Region dafür zusätzlich 840.000 Euro an Fördermittel zur Verfügung.”

und weiter:

“Klimaschonend unterwegs sein

Mobil sein bedeutet all jene Orte möglichst einfach erreichen zu können, die wir zur Erfüllung der so genannten Daseinsfunktionen (Wohnen, Arbeiten, Bilden, Versorgen, Erholen) benötigen. Mobil sein bedeutet daher nicht nur motorisiert unterwegs zu sein. In Niederösterreich wächst der Verkehr jährlich um ein Prozent. Die Folgen davon sind nicht nur mehr und längere Staus zu Hauptverkehrszeiten, sondern auch die weiterhin rapide Zunahme an klimaschädigenden Emissionen im Verkehrsbereich. Fast ein Viertel aller in Österreich freigesetzten Emissionen verursacht der Verkehr.

Ca. 50 % aller Autofahrten in NÖ sind kürzer als 5 km
Viele der Fahrten mit dem eigenen PKW sind so kurz, dass sie vielfach mühelos zu Fuß oder mit dem Rad absolviert werden könnten. Bereits ein Viertel aller Wege mit dem Auto in NÖ sind kürzer als 3 Kilometer. Jede 10. Autofahrt ist sogar kürzer als 1 Kilometer. Strecken, die sich selbst bei wecheslhaften Wetterbedingungen problemlos ohne Auto bewältigen lassen. Gerade innerhalb von Ortschaften sind Wege mit dem Fahrrad wesentlich einfacher und bequemer zurückzulegen. Keine Parkplatzsuche, ein kurzer Plausch mit Nachbarn und Bekannten, mehr Bewegung und damit ein Plus für die eigene Gesundheit….es gibt viele Gründe, warum man das Auto stehen lassen sollte.

Wird künftig nur ein Teil dieser Wege per Fahrrad oder zu Fuß erledigt, lassen sich daraus signifikante Effekte für die Reduktion der CO2-Emissionen sowie eine Verbesserung der Gesundheit der NiederösterreicherInnen erzielen.

Christoph Westhauser – Abteilung Gesamtverkehrsangelegenheiten, (RU7)Durch die Bewusstseinsbildung durch das Land Niederösterreich konnte eine Reduktion der Kfz-Fahrten  erreicht werden. Beim vierjährigen Modellprojekt „Verkehrsparen Langenlois“ konnte der Anteil der Autofahrten von 63 % auf 54 % gesenkt werden. Der Anteil der Wege, die mit dem Rad zurückgelegt wurden stieg dagegen von 3 % auf 14 % an.

Von einer Gemeinde zur Region – Verkehrsparen Wienerwald (2003 – 2006)
Aufgrund der positiven Erfahrungen wurde das Projekt zur Bewusstseinsbildung im Mobilitäts- bzw. Verkehrsbereich im Jahr 2003 von der Gemeindeebene in eine ganze Region getragen. In 26 Wienerwaldgemeinden (Biosphärenpark Gemeinden) wurde, durch die NÖ Dorf- und Stadterneuerung vier Jahre betreut, die Bewusstseinsbildung in einer Region getestet. Rund 280 unterschiedliche Kleinstmaßnahmen zur Stärkung des nicht motorisierten und des öffentlichen Verkehrs, zur Erhöhung der Verkehrssicherheit, zur Stärkung der lokalen Wirtschaft sowie der Nahversorgung als fundamentale Voraussetzung des Verkehrsparens, werden von den Gemeinden umgesetzt und dabei vom Land NÖ gefördert und durch eine übergreifende Verkehrskampagne beworben.

Erfolge konnten bereits bei der Zwischenerhebung im Herbst 2005 verzeichnet werden:
Autofahrten minus 3 %, Fußgängerverkehr plus 1 %, Radverkehr plus 2 % Der Erfolg dieses Programms wurde auch dadurch erzielt, dass sich die Kampagnen des Landes („Lass den Kübel stehen!“, „Minus 600“, “Ich RADL das”) und die Maßnahmen der Gemeinden gegenseitig verstärk(t)en.”

Soweit – so gut. Und was machen die Brunner Gemeindepolitiker? Kann es sein, dass besagte “Bewusstseinsbildung” des Klimabündnisses Wienerwald doch noch nicht bis zu diesen durchgedrungen ist? Oder wie kann man sich sonst folgendes erklären:

Es wird ein Kindergarten für mind. 4 Gruppen an einem Standort gebaut, der nicht dort ist wo er eigentlich gebraucht würde, sondern der genau am anderen Ende der Gemeinde liegt. Und das, obwohl genügend geeignete Plätze zur Verfügung stehen würden. Dieser Standort ist so exponiert, dass er nur mit dem Auto erreicht werden kann.

Oder wie es Bürgermeister Dr. Linhart selbst so treffend formuliert hatte: „Eher ungünstig von der Lage her ist das Gemeindegrundstück an der Ortsgrenze zu Perchtoldsdorf. Es muß zwar nicht mehr angekauft werden, ist jedoch vom Haupteinzugsgebiet für einen neuen Kindergarten – die neuen Siedlungsgebiete östlich der Bahn – relativ weit entfernt und kann von diesem nur mittels PKW über das Ortszentrum erreicht werden.”

Hier nochmals zum einfacheren nachrechnen: 4 Kindergartengruppen a 25 Kinder macht zusammen 100 Kinder. D.h. jeden Tag von Montag bis Freitag fahren 100 Autos mitten durch den ganzen Ort um die Kinder zum Kindergarten zu bringen, dann fahren wieder 100 Autos zurück und zu Mittag wieder 100 Autos hin und 100 zurück. Das sind 400 Autofahrten pro Tag, oder 8.000 pro Monat oder 96.000 zusätzliche Autofahrten pro Jahr mitten durch Brunn.

Nicht berücksichtigt bei dieser einfachen Rechnung wurden ein geplantes Seniorenheim an diesem Standort, ein ebenfalls an diesem Standort geplantes Generationenhaus, Lieferverkehr, Besucherverkehr, Angestelltenverkehr usw.

Brunn hat sich den Zielen des Klimabündnisses Wienerwald verschrieben und rühmt sich  Klimabündnisgemeinde zu sein! Kann es sein, dass einige Gemeindevertreter da etwas falsch verstanden haben bzw. überhaupt nicht verstanden haben worum es dabei eigentlich geht?

Deshalb nochmals zur Erinnerung :

ES GEHT UM DIE REDUKTION VON CO2 UND NICHT UM DIE PRODUKTION!