Die Unwahrheiten des Gemeinderates Dr. Brunner


Zu der Initiative Verkehrsberuhigung in der Heide- Wolfholz- und Kellerbergsiedlung erfolgte vom Gemeinderat Dr. Ernst Brunner (ÖVP) folgende Stellungnahme, welche mit dem zuständigen Gemeinderat, DI Peter Allen (ÖVP), abgestimmt wurde. Um so verwunderlicher ist die Tatsache dass Hr. Dr. Brunner selbst ein Teil der Verkehrsinitiative im Jahr 2001 war, welche in eine Straßensperre bei der Brücke gipfelte. Da scheint wohl das Kurzeitgedächtnis sehr ausgeprägt zu sein. Wenn wundert es, dass wir hier keine Unterstützung bekommen?
Die Antwort der Verkehrsinitiative finden Sie nach dem Mail unseres Gemeinerat Hr. Dr. Brunner, danach haben wir von ihm nichts mehr gehört……

Mail vom 7.3.2011 des Gemeinderates Dr. Ernst Brunner:
“da ich selbst von 1992 bis 2008 in der heidesiedlung gewohnt habe und nunmehr schon über 10 jahre im gemeinderat bin, glaube ich besonders gut in der lage zu sein, auf ihr schreiben zu ragieren, das mehrere unrichtigkeiten beinhaltet.
1)sie treten im namen einer “verkehrsinitiative” auf, ohne offenzulegen, wieviele der in der siedlung betroffenen personen sich mit den anliegen dieser initiative überhaupt identifizieren. als gemeindevertreter berücksichtigen wir – wenn es die gegebenheiten zulassen- die interessen von betroffenen personen, das ist bei unterschiedlichen interessen meistens die jeweilige mehrheit.
mein mit verkehrsangelegenheiten befasster kollege di allen kümmert sich um die verkehrsproblematik in ihrer siedlung. sowohl der ausgesendete fragebogen als auch der termin zur präsentation der ergebnisse sowie das interesse an der teilnahme zeigt, was die mehrheit der betroffenen personen für wichtig hält. dass einzelne eine terminfestsetzung nicht goutieren, wird in einer demokratie immer wieder vorkommen.
ihre sachlich in keinster weise gerechtfertigte bezeichnung von “ausflüssen” kommentiere ich nicht weiter, sie spricht selbst für den verfasser, der sie verwendet.
2) der großteil des verkehrs in der heide- und wolfsholzsiedlung ist aufgrund von vorliegenden studien “hausgemacht”, d.h. er stammt von den bewohnern der siedlung und nicht von außenstehenden. die überwachung von verordnerten höchstgeschwindigkeiten ist aufgabe der exekutive, die vor ort vermehrt ( also öfter als in anderen gebieten der gemeinde) kontrollen vornimmt. es wurde weder eine besonders signifikante häufigkeit von geschwindikeitsübertretungen festgestell und schon gar nicht die von ihnen behaupteten spitzenwerte.wenn die örtlichen gegebenheiten übertretungen der höchstgeschwindigkeit im bereich zw brücke und hamerlinggasse tatsächlich zulassen, so sind in diesem teilbereich zumindest keine anrainer unmittelbar davon betroffen. der übrige bereich der hötzendorfgasse sowie des heidewegs lässt aufgrund der tatsächlchen gegebenheiten (parkende autos auf beiden seiten der straße) geschwindikeitsübertretungen kaum zu.
3)die von ihnen angeregten maßnahmen können die verkehrsproblematik nicht verringern, das es im wesentlichen nur zu einer verlagerung kommt. sie geben im übrigen in keinster weise den wunsch der mehrheit der bevölkerung wieder, nur eine mehrheit kann jedoch für tatsächliche maßnahmen von relevanz sein.
4) soweit mir bekannt ist, wohnen sie erst seit kurzem in brunn. sie haben sohin die tatsächliche situation gekannt und bewußt in kauf genommen. auch ich habe beim ankauf meines grundstücks in brunn die verkehrssituation in der heidesiedlung gekannt und in kauf genommen. während meines über 15 jahre andauernden wohnens im betroffenen gebiet, konnte ich keine einzige ihrer beschwerden verifizieren.
5) ihre anschuldigung, die gemeinde ignoriere die probleme der betroffenen, ist falsch, sie ist durch die bisherigen maßnahmen auch widerlegt. ein beträchtlicher teil der anrainer würdigt das ständige bemühen der gemeindevertreter an einer lösung, die der mehrheit dient. dass einzelne personen lösungsvorschläge als für ihren subjektiven standpunkt nicht dienlich erachten, beobachte ich vermehrt und führe das darauf zurück, dass diese personen immer nur auf ihren subjektiven vorteil achten, wohingegen ihnen das wohlergehen der anderen nicht so wichtig ist. für mich als gemeindevertreter kommt eine derartige vorgangsweise sicher nicht in betracht.
mit dem ersuchen um kenntnisnahme verbleibe ich”
mfg ernst brunner

Antwort der Verkehrsinitiative:
Sehr geehrter Herr Dr. Brunner,
mit unseren Schreiben an den Herrn Bürgermeister wollten wir allen Gemeindevertretern aufzeigen, dass wir mit dem Vorgehen und den Maßnahmen nicht einverstanden sind. Wir möchten aber trotzdem punktuell auf Ihre Antwort eingehen, um so unser Handeln vielleicht für Sie ein wenig besser verständlich zu machen.
Unser Auftritt als Verkehrsinitiative kommt nicht aus eigennützigen Gründen zu Stande, vielmehr wurden wir im Rahmen von mehreren Bürgerversammlungen dazu aufgefordert sich endlich für Maßnahmen einzusetzen. Wie werden dazu auch den zuständigen Gemeinderat die Fragebögen und Unterlagen gerne bereitstellen. Lieber Hr. Dr. Brunner, es geht hier also nicht um persönliche Befindlichkeiten und subjektive Vorteile, sondern schlichtweg um die Interessen der Anwohner.
Und ob man „Ausflüsse“ oder „Ergebnisse“ schreibt, das ist Wortklauberei.
Wie Sie aus unserer ersten E-Mail erkennen können, wurde eine Verkehrsstromanalyse durchgeführt, aus der deutlich hervorgeht, dass der Verkehr eben nicht hausgemacht ist. Beobachten Sie einmal beispielhaft den Verkehr von 06:00 bis 08:00 an der Kreuzung Heideweg/Wienerstraße oder Hötzendorfstraße/Auf der Schanz und Sie werden sehen, dass rd. 80% der Fahrzeuge von Richtung Mödling, Brunn oder Wien kommend durch unsere Siedlung fahren, obwohl es zwei Umfahrungsstraßen gibt. Es ist halt ein beliebter Schleichweg.
In Hinblick auf die Brücke sind sehr wohl Anrainer davon betroffen bzw. greift das eine Rad in das Andere. Warum fahren denn die Leute durch unsere Siedlung? Weil man u. a. sehr hohe Geschwindigkeiten fahren kann. Das Sie als Gemeinderat ein derartige Einstellung haben, dass die hohen Geschwindigkeiten niemanden stören, belästigen und Sie die Gefahrenquellen dazu komplett außer Acht lassen, ist mit Befremden und Ignoranz der Realität zu sehen.
Wenn Sie die „Ergebnisse“ aus der Präsentation der TU Wien gelesen hätten, dann würden Sie erkennen, dass die breite Mehrheit den Großteil der beschriebenen Maßnahmen zustimmt. Dazu ist Ihre Auffassung einer Demokratie schon sehr seltsam, wenn Sie eine Mehrheit der nicht Betroffenen über eine Minderheit der Betroffenen abstimmen lassen wollen. Wir dürfen noch einmal einige der Ergebnisse und damit notwendigen Maßnahmen in Erinnerung rufen:

Wie oft benutzen sie den Bus?
3,7% täglich
17,1% 1x wöchentlich
43,9% nie

Zuviel Durchzugsverkehr?
93% ja

Zuviel Geschwindigkeit?
84,7% ja

Belästigung durch Lärm?
42% ja

Maßnahmen?
77,8% Schwellen
75,8% Wohnstraße

Wie uns mehrere Anrainer berichteten waren Sie ein nicht unwesentlicher Teil der Bürgerbewegung im Jahr 2000, welche gegen den Verkehr und die Entschleunigung angekämpft hat und in einer Straßensperre gipfelte. So viel zu Ihren Worten: „auf den subjektiven Vorteil zu achten, wohin Ihnen das Wohlergehen der anderen nicht so wichtig ist“. Wir hoffen damit die Probleme der Bevölkerung für Sie wieder in Erinnerung gerufen zu haben.
Wir würden Sie ersuchen die Meinung von Anderen zuerst anzuhören und dann ein Urteil über deren Befindlichkeiten, persönlichen Vorteilen und subjektiven Wahrnehmungen zu fällen. Dies würde dem Verhalten eines Volksvertreters entsprechen.